Erfahre mehr über die Welt der Vampire.

Von Adam und Eva – und Lilith

Am Anfang erschuf Gott Adam und Lilith aus dem Staub der Erde und blies ihnen den Lebensatem ein. Da sie beide auf gleiche Weise erschaffen worden waren, waren sie einander in jeder Hinsicht gleichgestellt. So weigerte sich Lilith, Adam unterwürfig zu sein und sie floh aus dem Paradies. Adam bat Gott darum, Lilith zurück zu holen und dieser sendete drei Boten aus. Doch Lilith weigerte sich weiterhin, mit einem Mann zusammenzuleben, der sie nicht als Gleichgestellte behandelte.

Daraufhin erschuf Gott Eva als zweite Frau Adams. Aus seiner Rippe gemacht, war Eva nicht mehr Adam gleichgestellt und ordnete sich ihm unter. Lilith dagegen wurde dazu verdammt, ein ewiges Leben in Trauer und Leid zu verbringen. Sie konnte keine Kinder mehr gebären und ihre Berührung (ihr Biss) töte fortan Menschen. Doch Lilith erkannte, dass ihr Blut die von ihr getöteten Menschen wiedererwecken und dadurch zu ihres gleichen machen konnte.

Vampire und Blut

Medizinisch gesehen sind Vampire tot – sie haben keinen Herzschlag, sie müssen nicht atmen und keine menschliche Nahrung zu sich nehmen. Vampire altern nicht, sie können keine Krankheiten bekommen und ihre Haut ist kalt und – vergleichsweise – bleich. Dennoch denken und reden sie. Sie haben Gefühle und Wünsche.

Aber für diese Existenz benötigen sie Blut – am besten frisches menschliches Blut. Tatsächlich könnte man sagen, Vampire sind Drogen-Junkies und ihre Droge heißt Blut. Viele Vampire verbringen die Ewigkeit ihrer Existenz mit der Suche nach dem nächsten „Schuss“. Der Geruch und erst Recht der Geschmack von frischem menschlichen Blut wirkt extrem berauschend auf Vampire und weckt ihren niedrigsten Instinkt – den Jagdinstinkt.

Vampire verbrauchen beständig das zu sich genommen Blut. Und je mehr sie von ihren besonderen Fähigkeiten Gebrauch machen, desto schneller verbraucht es sich. Vampire, die ihr gesamtes Blut aufgebraucht, verfallen in eine Art Totenstarre. Noch immer bei Bewusstsein, können sie sich nicht mehr bewegen – ein Geist gefangen in einem leblosen Körper. Davor fürchtet sich jeder Vampir.

Setzen Vampire eine ihre besonderen Fähigkeiten ein, verfallen sie in Rage oder trinken sie Blut, fahren sich ihre Fangzähne aus und ihre Augenfarbe verwandelt sich in ein leuchtendes Rot. Und nur den wenigsten Vampiren gelingt es, diese Verwandlung, die ihre wahre Natur offenbart, zu unterdrücken.

Etwas totes töten

Vampire sind zwar grundsätzlich unsterblich, können aber vernichtet werden – aber einfach ist das nicht. Zumindest nicht für einen normalen Menschen.

Die sicherste Methode, einen Vampir zu vernichten, ist ihn zu verbrennen. Vampire hassen und fürchten Feuer, denn einmal zu Asche verbrannt kann kein Vampir wiederauferstehen. Die zweite bekannte Methode, einen Vampir zu vernichten, ist ihm seinen Kopf abzutrennen. Dann zerfällt der Vampir sofort zu Staub.

Auch die Sonne kann Vampire vernichten. Bei den Kindern der Nacht („Lilith“, im Hebräischen „Lilit“ wird auch mit „Nachtgespenst“ oder „Nachtschwalbe“ übersetzt) erzeugen Sonnenstrahlen schwere Verbrennungen und sind sie ihnen zu lange ausgestzt, zerfallen Vampire zu Staub. Aber es muss schon die „echte“ Sonne sein. Der Versuch, einen Vampir mit UV-Strahlen zu grillen, würde ihm wohl bestenfalls einen Lachanfall entlocken.

Eine Kugel aus einer Pistole bringt einem Vampir nicht – und macht ihn höchstens wütend. Zwar wird auch ein Vampir durch Kugeln verletzt, doch hat er noch genügend Blut, heilen diese Wunden sehr schnell.
Schießt man einem Vampir also die Kniescheiben weg, kann er nicht mehr laufen, bis er sie regeneriert hat. Durchtrennen die Kugeln Muskeln und Nerven, kann das einen Vampir lähmen, bis er den Schaden regeneriert hat. Mit etwas Glück schafft man es vielleicht, einen Vampir so oft zu verletzen, bis er sein letzten Blut verbraucht hat und in Starre verfällt. Aber wahrscheinlicher ist man vorher schon tot.

Entgegen eines weit verbreiteten Glaubens vernichtet ein Holzpflock im Herzen einen Vampir nicht – er wird dadurch nur sofort gelähmt und sein Blut fließt aus der Wunde aus.

Knoblauch und Kreuze haben keine Wirkung auf Vampire, sie mögen sie nur nicht. Auch heilige Symbole oder Weihwasser haben in der Regel keine Wirkung auf sie. Allerdings gibt es Erzählungen, wonach es Trägern solcher Symbole möglich war, der Macht von Vampiren zu widerstehen und ihnen Schaden zuzufügen, wenn ihr Glaube daran stark genug war. Doch wer sich auf solche Methoden verlässt, muss schon ziemlich verzweifelt sein.

Der Biss, der Kuss und die Lust

Ein Mensch, der von einem Vampir gebissen wird, wird nicht automatisch selbst zu einem Vampir. Tatsächlich wissen die meisten Menschen, die schon einmal von einem Vampir gebissen wurden, noch nicht einmal etwas davon.

Der Biss eines Vampirs löst bei einem Menschen augenblicklich ein starkes Lustgefühl aus, dass sich zu einer Ekstase entwickeln kann. Viele Vampire trinken von einem Menschen nur so viel, wie sie zum Überleben brauchen. Anschließend lassen sie den Beweis verschwinden, indem sie mit ihrer Zunge über die Bisswunde lecken – was die Spuren verschwinden lässt – und dem Menschen eine falsche Erinnerung gibt.
Vampire können also Sex haben und diesen auch für beide Seiten zu einem unvergleichlichen Erlebnis werden lassen. Jedoch sind sie nicht in der Lage, Kinder zu gebären oder zu zeugen. In letzter Zeit sind allerdings Gerüchte aufgetaucht, die diesen Grundsatz in Frage stellen…

Um einen neuen Vampir zu erschaffen, muss ein Vampir das Blut eines Menschen vollständig aussaugen – wodurch der Mensch praktisch stirbt. Dann muss der Vampir – so lange der Körper des Toten noch warm ist – diesem Menschen eine kleine Menge seines eigenen vampirischen Blutes einflößen. Der Körper des Toten erwacht dann als Vampir.
Tatsächlich kann ein Vampir auch andere Menschen auf diese Weise „wiederbeleben“, so lange deren Körper noch warm sind. Das Aussehen des neu erschaffenen Vampirs bleibt in dem Zustand eingefroren, zu dem er bei der Erschaffung war. Er altert auch nicht mehr.

Ein geselliges Beisammensein

Überall, wo Menschen leben, existieren auch Vampire. Vampire benötigen menschliches Blut, also wird man sie hauptsächlich in großen, bevölkerungsreichen Städten finden. Vereinzelt mag es zwar vorkommen, dass sich einer von ihnen einsam in einen Wald zurückzieht und von den dort lebenden Tieren ernährt, doch das ist dann die viel zitierte Ausnahme von der Regel.

Unter den Vampiren gilt das Gesetz des Stärkeren. Loyalität ist ihnen zumeist fremd. Letztlich geht es immer um Macht, Einfluss und Nahrung. Jeder Vampir ist ein potentieller Konkurrent für diese Dinge.

Und wer glaubt, dass Vampire in einer völlig eigenen Welt leben und nur zum Essen aus ihren dunklen modrigen Löchern kommen, hat nur teilweise Recht. Tatsächlich gibt es viele Vampire, die sehr aktiv in der Welt der Menschen sind. Zwar versuchen die meisten ihre wahre Natur so weit wie möglich zu verheimlichen – die Inquisition ist ein Beispiel dafür, was passiert, wenn ihnen das nicht gelingt – aber das hindert sie nicht daran, ihre Macht über Aktien, Bestechungen und Erpressung weiter auszubauen. Viele ältere Vampire haben großen Einfluss auf die Politik und Wirtschaft der Länder, in denen sie existieren.

Durch die Jahrhunderte hindurch hat sich die Gesellschaft der Vampire in „Familien“ organisiert. Jede Familie beherrscht ein bestimmtes Gebiet. Und das Oberhaupt dieser Familie – egal ob männlich oder weiblich – hat die absolute Macht in diesem Gebiet. Es bestimmt die Regeln, nach denen die meist hierarchisch aufgebauten Familien richten müssen. Es bestimmt, ob und wie neue Vampire erschaffen werden dürfen und durch wen. Dem Oberhaupt obliegt es auch, im Falle von Streitigkeiten oder Regelverstößen Strafen zu verhängen.

Nicht selten kommt es auch zu Kämpfen zwischen einzelnen Familien und wie immer geht es auch dabei letztlich um Einfluss, Macht und Blut.